Prix Sana 2011

  • Am Freitag, 30. September 2011, hat die Fondation Sana den ersten Prix Sana verliehen. Gewürdigt wurden zwei Männer und eine Frau, die sich in bemerkenswerter Weise für die Gesundheit und Lebensqualität kranker Menschen eingesetzt haben. Durch den Anlass führte Nik Hartmann.

    Urs Dorizzi gewinnt den Prix Sana 2011

    Der Winterthurer Urs Dorizzi hat die Jury mit seinem jahrzehntelangen unermüdlichen Einsatz für ein möglichst normales Leben von kranken und behinderten Menschen beeindruckt. Als Urs Dorizzi 1971 seine an Polio erkrankte Frau heiratete, konnte diese nur noch ihren Kopf bewegen. Ihr wurden nur noch wenige Lebensjahre prognostiziert. Dank Urs Dorizzis aufopfernder Pflege und Förderung lebte seine Frau bis zu ihrem Tod im Jahr 2008 ein erfülltes und gesellschaftlich aktives Leben. Sie war unter anderem Gemeinderätin der Stadt Winterthur, rief diverse soziale Engagements ins Leben und gründete mit ihrem Ehemann bei sich zu Hause eine Wohngemeinschaft für behinderte Menschen. Urs Dorizzi scheut keine Mühe und Kosten, um solche Menschen zu fördern und ihnen ein weitgehend selbständiges Leben zu ermöglichen. Nach dem Tod seiner Eltern im Jahr 2000 hat Urs Dorizzi zudem seinen körperlich und geistig behinderten Bruder bei sich aufgenommen und kümmert sich seither mit demselben Engagement um ihn.

    Ehrung für zwei stille Helden aus Basel

    Neben dem Hauptgewinner wurden zwei weitere Personen für ihre aussergewöhnliche Leistung zum Wohle kranker Menschen gewürdigt. Der Basler Markus Küng erhielt den zweiten Preis für die Betreuung seines schwerstbehinderten 36-jährigen Patensohns Simon. Nach dem Tod von Simons Eltern hat Markus Küng für ihn ein Wohnheim gesucht. Seither verbringt er fast jede Mittagspause und jedes Wochenende mit ihm, nimmt ihn mit zu Konzerten, ins Kino oder in den Zoo. Früher betreute Markus Küng zudem seine pflegebedürftige Mutter bis zu ihrem Tod.

    Stellvertretend für die vielen Mütter und Väter, die tagtäglich ihre kranken oder behinderten Kinder betreuen, wurde als dritte stille Heldin Micheline Burkhalter aus Basel ausgezeichnet. Seit vielen Jahren pflegt sie ihren schwer muskelkranken Sohn Simon (23) mit unermüdlichem Optimismus und viel Liebe, damit er zu Hause leben kann. Simon kann nur noch seine Fingerspitzen bewegen und ist rund um die Uhr auf seine Mutter angewiesen. Micheline Burkhalter begegnet dieser Herausforderung mit bewundernswerter Lebensfreude und Kraft. Zudem unterstützt sie ihren Lebenspartner, der ebenfalls im Rollstuhl sitzt.