Prix Sana 2013

Am 5. September 2013 hat die Fondation Sana in Bern zum dritten Mal den nationalen Gesundheitspreis Prix Sana verliehen. Gewürdigt wurden zwei Menschen, die sich seit Jahren in bemerkenswerter Weise für die Gesundheit und Lebensqualität kranker und behinderter Mitmenschen einsetzen.

Mit dem Prix Sana zeichnet die Fondation Sana jährlich eine oder mehrere Personen für ihr uneigennütziges Engagement zum Wohl kranker Mitmenschen aus. Gestern wurde die mit insgesamt 30‘000 Franken dotierte Auszeichnung in einer von Nik Hartmann moderierten Preisverleihung verliehen. Die Jury um den Vorsitzenden Prof. Dr. René Prêtre (Kinderarzt und Schweizer des Jahres 2009) hatte aus rund 100 Eingaben zwei besonders eindrückliche Engagements nominiert. Die Laudatio hielt die Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes und ehemalige Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz.

Eufemia Stadler

Der erste Preis des Prix Sana 2013 ging an Eufemia Stadler aus Zürich. Stadler kam vor 30 Jahren aus Costa Rica in die Schweiz und engagiert sich, geprägt von ihrer indianischen Abstammung, stark sozial. So sah Eufemia Stadler vorrund 10 Jahren, wie ihre ehemalige Nachbarin nach der Geburt ihres Kindes durch ein Nierenversagen gesundheitlich angeschlagen war. Nicht einmal mehr Treppensteigen konnte die junge Mutter ohne Probleme. Eufemia Stadler zögerte nicht lange und spendete der jungen Frau eine Niere. Als ihr Ehemann eine Erbschaft erhielt, votierte sie gegen ein schönes, ruhiges Leben in Costa Rica und überredete ihn zur Gründung der ersten privaten Pflegewohnung in Zürich. Derzeit betreut sie dort mit ihrem Personal 17 Personen jeden Alters. Ihr Konzept geht auf: junge, psychisch Kranke unterstützen körperlich behinderte ältere Menschen. Wer es sich nicht leisten kann, wohnt gratis bei ihr. Eufemia Stadler bietet auch Praktikumsplätze an und ermöglicht so Menschen mit beruflichen Startschwierigkeiten eine Chance auf Weitervermittlung.

Eloisa Lütolf

Der zweite Preis ging an Eloisa Lütolf aus dem Kanton Tessin. 1997 erhielt Lütolfs Mann die Diagnose Multiple Sklerose. Die Krankheit verlief degenerativ, so dass er heute nur noch die linke Hand bewegen kann und rund um die Uhr auf die Hilfe und Pflege seiner Frau angewiesen ist. Lütolf macht es möglich, dass er noch zeitweise in seinem Geschäft tätig sein kann. 2005 erlitt zudem ihr Sohn einen tragischen Unfall. Auf dem Nachhauseweg geriet er nachts unter einen Zug. Er verlor beide Beine, erlitt schwere Kopfverletzungen und lebt seither schwerbehindert in einem Heim. Dort besucht ihn Eloisa Lütolf täglich und hilft auch aktiv bei der Pflege mit. Dank ihrem Engagement und ihrer Hilfe muss ihr Sohn heute, entgegen den Voraussagen der Ärzte, nicht mehr mit einer Magensonde ernährt werden. Die Pflege und Betreuung ihres Ehemannes und die Unterstützung ihres Sohnes fordern Eloisa Lütolf Tag und Nacht. Die Fondation Sana ehrte dieses unermüdliche Engagement im Rahmen der Preisverleihung.